Die Sektenfrage bei Maischberger und was weniger bekannt ist
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres (2005) hat die Redaktion der ARD-Serie "Menschen bei Maischberger" mit dem Herausgeber von DER GLÖCKEL (vorm. muenchnernotizen) Kontakt aufgenommen. Die ARD-Redaktion konzipierte eine Sendung zum Thema Sekten, unter anderem auch den Zeugen Jehovas, und fragte bei Glöckel nach, ob er eine geeignete Person empfehlen könnte, die ein Zeugen Jehovas-Aussteiger sei und sich für die Sendung als Studiogast zur Verfügung stellen würde. Bei der Nachfrage, wer denn aller eingeladen war, fiel für den Personenkreis der Wissenschaftler auch der Name Gerhard Besier, worauf Glöckel erstaunt nachfragte, ob die Redaktion denn nicht wüßte, daß besagter "Wissenschaftler" sehr umstritten sei und seitens der DER GLÖCKEL, vormals muenchnernotizen, schon einmal eine einschlägige Publizierung im Zusammenhang mit diesem Mann vorgenommen worden war. Besier wäre in unserem Haus (muenchnernotizen) ein noch offener "Akt". Der Wissenschaftler stand als Studiogast offensichtlich fest, hinterließ jedoch ein Stirnerunzeln und Glöckel´s Skepsis bestätigte sich dann auch während der ausgestrahlten Sendung hinsichtlich der Objektivität dieses Mannes, der u.a. auch bei einer Festveranstaltung von Scientology als Redner in Erscheinung trat.
Da die Kontakte des Journalisten zu aktiven, wie auch ausgeschiedenen Mitgliedern auf vertraulicher Ebene basieren, empfahl er spontan den auch in Öffentlichkeitsarbeit erfahrenen Begründer des Aussteigerportal Infolink-net, Stephan E. Wolf, als Repräsentanten für die Sparte der Aussteiger bei den Zeugen Jehovas. Andere Personen könne er erst gegebenen Falles nach erfolgter Rücksprache mit den Betroffenen namhaft machen. Offensichtlich gelang es dem Redaktionsteam dann doch Herrn Wolf zu gewinnen, obwohl er laut Mitarbeiterin der Redaktion, wegen des kurzfristig anberaumten Termins zuvor aus Zeitgründen ablehnen mußte. Die Zeugen Jehovas-Führung Deutschland wollte keinen Vertreter zur TV-Anstalt schicken.
Die Ausstrahlung der Sendung mit dem Titel "Sekten - Glücksrezept oder Gehirnwäsche?" wurde für Dienstag, den 3.1.2006 22:45 Uhr angesetzt. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Wilfried Handl (Aussteiger bei Scientology), Stephan E. Wolf (Aussteiger bei den Zeugen Jehovas), Deborah Layton (Vertraute des kalifornischen Sektenführers Jim Jones - People´s Temple), Thomas Gandow (Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg) und besagten Dr. Gerhard Besier. Doch was die wenigsten Zuseher der Sendung wußten, war der Umstand, daß bis zum Zeitpunkt der TV-Ausstrahlung bereits im Forum von "Menschen bei Maischberger" ein regelrechter Schlagabtausch zwischen Gegnern und Befürworter der Zeugen Jehovas vonstatten ging. Bereits am Montag, den 2.1.06, verschickte der Verein "Kids e.V. - Kinder in destruktiven Sekten" einen entsprechenden Hinweis per e-Mail mit dem Zusatz "Es geht hoch her".
Als auffällig erwies sich u.a. ein deklarierter Zeuge Jehovas, der selbst als Administrator in einem privaten Zeugen Jehovas-Forum tätig ist. Bereits einige Tage zuvor lößte er mit seinen Beiträgen, die er im ARD Maischberger-Forum postete und die in Fachkreisen als "Entgleisungen" tituliert wurden, Empörung aus.

Screenshot aus dem Informationsportal InfoLink-net.de
 Bereits der erste Postingbeitrag im Maischberger-Forum übte an der Person von Stephan E. Wolf harsche Kritik und es wurde der ARD auch unterstellt bei der Auswahl dieses Studiogastes nicht ausreichend recherchiert zu haben. Für Kenner der Szene kaum verwunderlich, da es wohl kaum ein Forum gibt, wo Kritik an den Zeugen Jehovas nicht systematisch von deren Vertretern vehement bekämpft wird. Für die ARD offensichtlich nicht so bekannt. Weil die Einträge scheinbar in Mehrzahl auf rein emotionaler, anstatt sachlicher Ebene vorgenommen wurden, setzte Glöckel einen für ihn eher ungewöhnlichen Schritt mit der Abgabe eines eigenen Kommentars. Wer Kenntnis von der Organisation hat, weiß um den Umstand, daß Predigtdienst der Zeugen Jehovas auch im Internet, beispielsweise durch solch einschlägige Einträge in Foren, vorgenommen wird. Die Kontroverse steigerte sich und plötzlich, einige Stunden vor Sendetermin, wurde durch die Online-Redaktion DasErste.de, in Absprache mit der Senderedaktion, das Forum geschlossen und war bis zum Redaktionsschluß dieses Beitrages nicht mehr erreichbar.
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