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Kinder lernen aus den Folgen von Dreikurs & Grey
Sieht man sich das Ersterscheinungs-Datum an, wundert es vielleicht auf den ersten Blick, dass der Inhalt noch immer aktuell ist. (Nach den Quoten der Real-TV-Sendungen scheinbar notwendiger und aktueller denn je.) Zu Beginn des Textes ist der amerikanische Ursprung deutlich spürbar, wird doch das Bild eines Kriegszustandes zwischen Eltern- und Kindergeneration gezeichnet. Schonungslos wird die Veränderung in der Gesellschaftsstruktur aufgezeigt, die es zugegebener Maßen, den Eltern schwer macht ihre Kinder auf dem Weg ins Leben zu begleiten. Bevölkerungsgruppen, die bis vor kurzem wenig zu reden hatten, dürfen sich jetzt zu Wort melden – Frauen, Behinderte, Kinder, Homosexuelle, …. Ein Ansatz, der zunächst irritiert, später verdeutlicht, dass die Entwicklung des geänderten Umgangs mit diesen Bevölkerungsgruppen der tatsächlichen Entwicklung hinterherhinkt.
Buchauszug: "Eines der Ergebnisse ist, dass die Eltern buchstäblich gezwungen worden sind, ihren Kindern mehr Freiheit zu geben, aber sie haben es nicht fertiggebracht, ihre Kinder zu lehren, wie man diese Freiheit vernünftig nutzt. Vielleicht liegt das daran, dass der Vater früher der Herr in der Familie war und dass die Mutter und die Kinder, auch wenn ihnen nicht gefiel, was er sagte und tat, zumindest wussten, wo die Quelle der Autorität war. Indem sie diese Autorität annahmen, gelang es ihnen, sich einigermaßen sicher zu fühlen. Unglücklicherweise möchten heute in allzu vielen Familien mehrere den Herrn spielen, von denen jeder sein Recht, zu tun, was er will, ohne Rücksicht darauf, ob es die Rechte der andern beeinträchtigt, auszuüben sucht." Anhand von Beispielen werden Verhaltensmuster aufgezeigt, die hinter "falschem" Verhalten und Benehmen stecken können. Dabei reicht die Palette von Nicht-Zähneputzen über Benehmen in der Öffentlichkeit bis Taschengeld, Bettnässen, geschwisterlichen Kampf und vielem mehr. Von Patentrezepten ist keine Rede, denn es ist jedes Kind und jede Situation individuell zu lösen. Aber es sind Anregungen nachzudenken. Textauszüge: "Man kann einem Kind nicht einreden, Verantwortung zu übernehmen, man muss sie ihm geben.", "Übertriebene Fürsorge hat die gleiche entmutigende Wirkung wie Demütigung; sie beraubt das Kind der Erfahrung seiner eigenen Stärke.", "Wie oft ist es notwendig, Kinder körperlich zu strafen? Die Antwort lautet: Nie. Warum verfallen Eltern so häufig auf diese "bewährte" Methode, wenn "nichts andres mehr hilft?" Der Grund mag dafür darin liegen, dass das Kind für den Augenblick klein beigibt …. Aber meistens verstärkt körperliche Strafe seine Entschlossenheit, schließlich doch zu gewinnen." Fazit: Eltern sind gefordert über ihre Erziehung und ihr Tun Rechenschaft abzulegen, wie nie zuvor - und haben es selbst nicht erlernt, was sie in ein unsicheres Umfeld wirft, das sie gleichzeitig wieder täglich neu erschaffen. Eine spannende Zeit, in der alle lernen - müssen, dürfen, sollen und können. e.j. Ausstattung: Taschenbuch, 140 Seiten Hier Kaufmöglichkeit: Kinder lernen aus den Folgen
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