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Die Kurzbahn Schwimm EM 2004

Eröffnung der 8. Kurzbahn Schwimm EM 2004 in WienScreenshot vom März 2005 der LEN-Verlinkung zu den Resultaten der EMEtwas zurückliegend, vom 9.-12. Dezember des vergangenen Jahres, fanden in der Bundeshauptstadt Wien die 8. Kurzbahn Schwimm Europameisterschaften der LEN (Ligue Européene de Natation) unter Beteiligung von 36 Verbänden statt. Warum wir erst jetzt einen entsprechenden Bericht veröffentlichen, liegt darin begründet, daß uns seitens des Veranstalters Aufstellungen, die auf unser Leserpublikum ausgerichtet sein sollten, trotz Zusage und Urgenz bis dato nicht übermittelt wurden. Unser Vorhaben war es, eine umfassende Reportierung der Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Schweiz mit Blick auf unseren EU-Nachbar Slowakei zu liefern. Noch bedauerlicher, daß auch gegenwärtig nicht einmal mehr die Veranstaltungs-Websites, die auch von dem internationalen Schwimmverband LEN für die Ergebnisse verlinkt sind, nicht mehr verfügbar sind. So müssen wir uns nunmehr mit einer anderen Darstellungsform begnügen, die dem Leser dennoch Informatives liefern soll.

Es war eine Veranstaltung, die die stattliche Anzahl von über 1.200 Athleten nach Österreich führte, um sich im sportlichen Wettkampf zu messen. In 4 Tagen wurden auf der 25-Meter-Bahn 38 Wettkämpfe in den Kategorien Brustschwimmen (freestyle), Kraul (breast-stroke), Rückenkraul (backstroke) und Schmetterling (butterfly) im Einzel- und Staffelbewerb ausgetragen.

Marcus Rogan nach seinem zweiten EM-Titel vor dem Publikum in der Wiener StadthalleSeit den grandiosen Siegen des österreichischen Schwimmers Markus Rogan bei den Olympischen Sommerspielen in Athen hat der Schwimmsport in Österreich ein wesentlich größeres Publikumsinteresse erfahren als diese Sportart jemals zuvor inne hatte. So mag es kaum verwundern, daß der durch das begeisterte, teilweise frenetisch agierende Publikum verursachte Lärmpegel beim 200m-Wettbewerb fast an die Schmerzgrenze heranreichte.

Rogan gelang das Bravourstück, bereits am ersten offiziellen Wettkampftag im 200m Rückenschwimmen mit einer Zeit von 1:51.24 neuen Europarekord und der Jahresweltbestzeit von 1:55.15 in 200m Lagen zwei Europameistertitel zu erschwimmen.

Markus Rogan bei der SiegerehrungIn einer doch etwas ungewöhnlichen Form führten die Veranstalter die Siegerehrung durch, die sogar die Aktiven etwas verdutzte, wie man auch aus der Körperhaltung von Rogan ablesen kann. Üblicherweise wird die Nationalhymne des Siegers gespielt, das sind die wenigen Minuten, die in die Unvergeßlichkeit der Geehrten eintreten. Ein kurzer Abschnitt, in dem oftmals Tränen aufkommen, Gänsehaut vor Ehrfurcht über die Haut läuft, Patriotismus einen ungeahnten Stellenwert erhält und der im Allgemeinen als einfach unbeschreiblich gilt. Wien war wieder einmal anders, und die Nationalhymne wurde einfach nur mit wenigen Takten quasi in Kurzfassung gespielt. Schade, denn was beim Publikum Erstaunen, teilweise Gelächter und Amüsement hervorrief, betrog den Sieger um ein wertvolles Segment, das wichtiger als ein Blumenstrauß und Gratulationen ist. Da mag es auch nicht entschuldbar sein, daß in diesen wenigen Tagen ein Mammutprogramm an Bewerben abzuwickeln war.

Die österreichische Schwimmsport-Legende Judith Draxler beendete mit der Teilnahme an 3 Bewerben (50m Brustschwimmen, 50m Schmetterling und 4x50m Freistilstaffel) ihre 15jährige aktive Laufbahn. Künftig wird die ehemalige Spitzensportlerin, die es auf 68 Staatsmeistertitel brachte, als Psychologin tätig sein und den Nachwuchs betreuen.

Antje Buschschulte beim Semifinale über 100m RückenDie deutsche Schwimmerin Antje Buschschulte, abgebildet beim Semifinale über 100m Rücken (1:58.5) erreichte dann im 50m Rückenschwimmen ihren EM-Titel (27,42) und argumentierte im Anschluß ihren Erfolg mit verbesserten Wende- & Anschlagmanövern. Gegenüber der „normalen“ Schwimmbahn mit 50m fallen bei der Kurzbahn die doppelte Anzahl der Wenden an. In logischer Ableitung machen sich durch Wenden verursachte Zeitverluste im Endresultat dann verstärkt bemerkbar.

Die deutsche Schwimmerin Sarah Poewe konnte sowohl im 50m (31,09) als auch im 100m (1:06,50) Brustkraulen (breast-stroke) ihren EM-Titel erfolgreich verteidigen. Ihr Landsmann Thomas Rupprath verteidigte ebenso erfolgreich in den Bewerben 50m und 100m (50,73) Rückenkraul (back-stroke) seine europäische Spitzenposition und setzte mit einer Zeit im 50m-Bewerb von 23,27 einen neuen Maßstab: Er schwamm Weltrekord. Den dritten EM-Titel holte sich der erfolgreichste Schwimmer der EM beim 100m Schmetterling Bewerb mit 50,67.

Das Glanzlicht der schweizer Mannschaft war der Europameistertitel im Bewerb 800m Brustschwimmen (freestyle), der von Flavia Rigamonti mit einer Zeit von 8:17,39 erreicht wurde.

Martine Moravcova vor dem StartDie Leitfigur der slowakischen Mannschaft, Martina Moravcova, wurde den Hoffnungen, die ihre Landsleute in sie setzten, mit der Verteidigung des Europameistertitels mit einer neuen Jahresweltbestleistung von 56,89 im Bewerb 100m Schmetterling (butterfly) voll gerecht und holte sich auch mit dem Resultat von 2:06,68 im gleichartigen Bewerb über 200m einen zweiten Titel.

Im Medaillenspiegel rangiert Deutschland erwartungsgemäß mit 22 Siegen an erster Stelle; Österreich folgt mit dem ausgezeichneten Resultat von 7 Medaillen auf Platz 7 ex equo mit der Ukraine; Die Schweiz befindet sich mit einem Goldstück auf Platz 15. Die Slowakei erzielte in Summe den beeindruckenden Platz 11.

Die Anzeigetafel in der Wiener StadthalleDie nächste Kurzbahn-EM wird im Jahr 2006 in Helsinki veranstaltet. Man darf hoffen, daß dort die Anzeigetafel im Wettbewerbsbereich in ihrer Dimension so konzeptioniert sein wird, daß die Aktiven mit vollständigem Namen angezeigt werden. In dem „anderen“ Wien war nämlich die Länge des Familiennamens dafür ausschlaggebend dafür, ob dann der Vorname ausgeschrieben oder einfach weggelassen wurde, weil die Tafel letztendlich zu klein war.


Link Zu der Auflistung der Kurzbahn-Europameister 2004

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