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Inhalte von Jugendzeitschriften - geht´s noch tiefer?
Wir fragten sowohl bei der Redaktion von Xpress, als auch bei der Pressestelle der Österreichischen Postsparkasse nach, ob sie der Auffassung sind, daß eine derartige Werbung angesichts der Zielgruppe von Kindern und Jugendliche als geeignet angesehen wird. Noch dazu, weil es quasi eine Zwangsbeglückung durch die PSK an deren minderjährige Kunden ist, die bei Eltern und Erziehungsberechtigten nicht immer auf Zustimmung stößt. Gleichzeitig wollten wir von der PSK in Erfahrung bringen, wie viele Empfänger es denn Österreichweit gibt. Frau Schütz-Spörl, der Konzernpressestelle BAWAG-PSK teilte uns wie folgt mit (Auszug): Die Gratis-Zusendung des "Xpress" ist ein "goody" für unsere Jugendkontoinhaber. Wir werden zur Gestaltung des Heftes und Auswahl der Anzeigen weder befragt noch darüber informiert und haben daher keinerlei Einfluß auf Inserate anderer Unternehmen im "Xpress". Selbstverständlich haben wir den NEWS-Verlag zwischenzeitlich ersucht, den Inseraten verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken und unter Beachtung des jugendlichen Alters der Empfänger in Hinkunft auf eine zielgruppenadäquate Auswahl der Inserate besser zu achten. (Zitat Ende)
Die Anzahl der Exemplare, die durch die PSK verschickt werden, wurde offensichtlich vergessen anzuführen, findet sich doch der Hinweis auf das "verstärkte Medieninteresse an unserem Haus" und die Entschuldigung der verspäteten Beantwortung, die offensichtlich mit dem gegenwärtigen BAWAG-Skandal im Zusammenhang steht. Der Head of Marketing Austria, Herr P. Damiri, von Sony Computer Entertainment Europe, die für die Werbung des PlayStation-Spieles verantwortlich ist, "freut" sich über unsere Anfrage und bekundet in seiner Stellungnahme, daß mit unserer Anfrage offensichtlich über die Konzernwerbung diskutiert wird. Wir erfahren, daß diese Werbung für ein PlayStation Quizspiel konzipiert wurde. "Der abgebildete Mann soll die Band "Red Hot Chilli Peppers bei deren legendären ersten Live-Auftritten darstellen. Musik-Kenner sowie die angepeilte Zielgruppe (14-29) wissen was wir meinen und verstehen auch den Humor der hinter dieser Anzeige."
Das männliche Geschlechtsteil in Freiluftkultur dürfte auf breiter Ebene salonfähig geworden sein, wie auch auf Seite 16 die Abbildung eben dieser Musikgruppe plakativ aufzeigt.
Da ist dann die am Umschlag angepriesene Werbung für ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich habe auch Augen du Arsch" nur als Drüberstreuer anzusehen.
Es hat nichts mit Prüderie oder dergleichen zu tun, auch die Begrifflichkeit konservativ stellen wir in Abrede, aber scheinbar hat sich eine zielgruppenorientierte Medienszene parallel entwickelt, die wir Erwachsene unbeachtet gelassen haben, denn nur so scheint es erklärbar, daß heute 2006 Medien existieren, deren inhaltliche Darstellungen unserer Wahrnehmung entgangen sind und mit denen verantwortungsbewußte Erziehungsberechtigte gar nicht einverstanden sind. Es empfiehlt sich dem Medienkonsum unserer heranwachsenden Generation jedenfalls mehr Aufmerksamkeit zu teil werden zu lassen. _____ © Copyright DER GLÖCKEL 2006 - alle Rechte vorbehalten |
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